Grundschullehrerin klagt wegen Überlastung – Symptom eines kaputten Schulsystems

Wenn Lehrkräfte klagen – ist das Schulsystem längst gefallen

Eine Grundschullehrerin reicht Überlastungsanzeige ein.
Was wie eine Einzelmeldung klingt, ist in Wahrheit ein Hilfeschrei aus dem Innersten eines Systems, das nicht mehr funktioniert. Wer jetzt noch glaubt, das deutsche Bildungssystem sei reformierbar, hat entweder den Kontakt zur Realität verloren oder arbeitet selbst im Ministerium.

Ein System, das seine Träger zerstört

Lehrkräfte sind nicht faul. Sie sind erschöpft.
Nicht, weil sie zu wenig Ferien haben. Sondern weil sie seit Jahren den Laden am Laufen halten, während Politik und Verwaltung zuschauen, wie er in sich zusammenfällt. Unterrichtsausfall, Personalmangel, Inklusion ohne Ressourcen, Gewalt im Klassenzimmer und darüber deckt sich ein Mantel des Schweigens.

Die Lehrerin aus Wiesbaden ist kein Einzelfall. Ihre Anzeige ist ein öffentlich gemachtes Armutszeugnis für ein System, das seine Träger verheizt.

Burnout statt Bildung

Wie sollen Lehrkräfte Kinder begleiten, wenn sie selbst kaum noch atmen können?
Wie sollen sie Geduld zeigen, wenn sie selbst auf Anschlag laufen?
Wie sollen sie fördern, wenn sie täglich nur noch verwalten, kompensieren, retten?

Wer den Beruf ergreift, um Kinder stark zu machen, wird schwach gemacht.
Wer Haltung zeigen will, geht irgendwann in die Knie.
Und wer sich dann wehrt, wird vertröstet, belächelt oder muss sich rechtfertigen.

Die leise Implosion

Wir reden viel über Bildungsgerechtigkeit. Über Digitalisierung. Über Schulentwicklung.
Was wir verschweigen: Das Fundament bröckelt.

  • Zu große Klassen
  • Kaum multiprofessionelle Teams
  • Unüberschaubare Bürokratie

Das System ist nicht krank – es ist kaputt.
Und alle, die es aufrechterhalten, tun das auf Kosten ihrer Gesundheit. Es ist ein System, das längst nicht mehr getragen wird sondern getragen werden muss. Jeden Tag neu.

Reparieren reicht nicht – Schule braucht einen radikalen Neuanfang

Vielleicht ist es Zeit, aufzuhören, Schule reparieren zu wollen.
Vielleicht ist es Zeit, laut zu sagen:
Dieses System hat keine Zukunft.

Nicht, weil Kinder schwieriger geworden sind.
Nicht, weil Lehrkräfte weniger leisten.
Sondern weil die Idee, dass ein einziges, zentral gesteuertes Modell Millionen von Menschen gerecht werden soll, eine Illusion ist. Die Schule, wie wir sie heute kennen, ist ein Auslaufmodell.
Was wir brauchen, sind vielfältige Lernräume, echte Wahlfreiheit, ein Ende der Schulpflicht und der Mut, Bildung neu zu denken.

Wer die Klage hört, sollte nicht leise bleiben

Wenn Lehrkräfte den Mut haben, sich öffentlich gegen ihre Überlastung zu wehren, dann dürfen wir nicht zur Tagesordnung übergehen.
Diese Klage ist kein Betriebsproblem. Sie ist ein Notruf aus dem Inneren eines kollabierenden Systems.
Und sie ist ein Weckruf an uns alle:
Wer Bildung retten will, muss aufhören, Schule zu verteidigen.

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